Sie ist der Joker unter den Pfannen. Grillen, Schmoren, Braten, Backen, Dünsten – von Rumpsteaks zu Spare Ribs, von Pfannkuchen zu Grillgemüse, es gibt nichts, was Sie nicht lecker in ihr zubereiten können. Seit mehr als zweitausend Jahren gehört die gusseiserne Pfanne zu den Basics jeder Küche und verleiht Speisen eine besondere Würze.

Trotz ihres unbestreitbaren Gewichts und den zahllosen, kursierenden Mythen über aufwendige Pflege, hat sie sich wacker durch alle gegenläufigen Trends geschlagen. So mögen Aluminium und Stahl vielleicht leichter sein, Teflon und Keramikoberflächen glatter, doch wenn Sie einmal in einer gusseisernen Pfanne gegrillt haben, werden Sie sie nicht mehr hergeben wollen.

Gerade auch, nachdem so viele Studien über Teflonbeschichtungen erschienen sind, findet die gusseiserne Pfanne ihren Weg in Jedermanns Geschirrschrank zurück.

Und das zu Recht. Es gibt unzählige Gründe, die den Besitz einer Gusseisenpfanne zu einem unverzichtbaren Muss machen.

Der Unterschied zwischen gusseisernen und normalen Pfannen

Der wesentliche Unterschied zwischen den verschiedenen Pfannentypen liegt in den Eigenschaften der Materialien, die zu ihrer Herstellung verwendet werden. Dabei muss klar zwischen den Grundmaterialien und den Materialien für die Oberflächenbeschichtung differenziert werden. Heutzutage zählen die Metalle Aluminium, Kupfer, Eisen und die Legierung Edelstahl gewöhnlicherweise zu den Grundmaterialien.

Diese Metalle und deren Legierungen weisen grundsätzlich einen auffällig starken Widerstand gegenüber Hitzeeinwirkung aus, sind wärmeleitfähig und können diese Wärme in unterschiedlichem Maße speichern und nach außen abgeben ¹.

Die Grundmaterialien werden aber zum Schutz vor Kratzern, und um die Berührung mit Nahrungsmitteln zu vermeiden, mit einer Schicht aus Teflon, Keramik, Melaminharz oder Emaille überzogen.

Diese Oberflächenbeschichtungen schränken die Charakteristika der Grundmaterialien bis zu einem gewissen Grad ein. Doch laut der EU-Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 müssen Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, so beschaffen sein, dass keine Inhaltsstoffe von ihnen auf das Essen übergehen ². Um mögliche Risiken auszuschließen, werden die Pfannen deswegen meist vorbeugend beschichtet. Die Tatsache, dass die Oberflächenbeschichtungen oft gesundheitsschädlicher als das Grundmaterial sein können, wird gerne übersehen.

Hitzebeständigkeit und Wärmespeicherung

Zurück zu unserer gusseisernen Pfanne. Gusseisen verfügt über eine starke Massendichte. Es ist daher extrem widerstandsfähig gegenüber Druckeinwirkungen. Obwohl es im Vergleich zu den anderen Metallen weniger hitzebeständig ist, kann Gusseisen dennoch unter höheren Temperaturen eingesetzt werden. Warum?

Zwar würde sich Eisen eher verformen als Edelstahl, doch setzen die anderen Grundmaterialien viel früher Schadstoffe frei als Guss. Dadurch erlangt Guss eine Hitzebeständigkeit, die es uns ermöglicht, Eisenpfannen auch bei maximalen Grill- und Kochtemperaturen weitgehend ohne Bedenken zu benutzen ³.

Grills, Elektro- und Induktionsherde erhitzen die Gesamtheit des Pfannenbodens. Ist Gusseisen erst einmal heiß, bleibt es das auch ⁴ – für lange Zeit. Steaks bekommen problemlos eine herrlich dicke, braune Kruste und Hachsen werden durch die konstant bleibende Temperatur zart geschmort.

Hitzeausstrahlung

Ein weiterer Vorteil von Guss liegt in der bereits erwähnten Ausstrahlung von Hitzeenergie über die Oberfläche des Pfannenbodens ⁵. Bei Stahlpfannen kann in der Regel nur genau das Essen, welches unmittelbar in Berührung mit der Oberfläche kommt, heiß werden.

Bei gusseisernen Pfannen ist es irrelevant, ob das Essen direkt auf dem Boden der Pfanne liegt oder aber drei Schichten darüber. Alles wird gleichermaßen erhitzt.

Ein wahres Kocherlebnis

Die Kupplung jedes Autos reagiert ein wenig anders. Ein iPhone ist kein Samsung Galaxy. Weshalb sollte es sich nicht auch in jeder Pfanne ein wenig anders kochen? Auch hier gilt: Mit ein wenig Fingerspitzengefühl ist das alles kein Problem und – klare Sache – Übung macht den Meister.

Haben Sie den Dreh dann erst einmal raus, macht es richtig Spaß, mit einer gusseisernen Pfanne zu kochen. Sie ist vor allem ideal für Lebensmittel geeignet, die sanft und langsam garen sollen. Es dauert einige Zeit, bis die Pfanne die gewünschte Temperatur erreicht. Für schnelle Snacks zwischendurch sollten Sie eine gusseiserne Pfanne daher eher weniger benutzen. Sobald die Temperatur erreicht ist, hält die Gusspfanne diese dann aber für lange Zeit konstant ⁶.

Sie brauchen nicht einmal neue Rezepte, auch wenn es natürlich unzählige gibt, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Grundsätzlich gelingt aber jedes herkömmliche Pfannenrezept mühelos in der gusseisernen Pfanne. Sie sollten nur eventuell ein wenig mehr Zeit einberechnen.

Die Zukunft kann kommen

Mit einer gusseisernen Pfanne können Sie nichts falsch machen. Mit ihr zaubern Sie Speisen vom Feinsten und überraschen Ihre Freunde jedes Mal wieder mit neuen Gaumengenüsse.

Eine gusseiserne Pfanne hält ein Leben lang, und hält auch ihre Nutzer lange am Leben. Ohne den Zusatz dubioser Chemikalien, dafür aber mit einem Hauch natürlichen Eisens, sorgt sie für endlosen Spaß am Grillen.

 

Quellen

Quellen
  1. http://www.eurometaux.org/MetalsToday/MetalsFAQs/Propertiesofmetals.aspx
  2. http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2013/A/materialien_im_kontakt_mit_lebensmitteln-9178.html
  3. http://www.naturalnews.com/031737_cast_iron_cookware.html
  4. http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9E0DEFD81331F934A35751C1A9639C8B63
  5. http://www.maraisdescygnes.k-state.edu/health-nutrition/knowledge-at-noon/recipes/2015/Knowledge@Noon%20May%202015%20Cast%20Iron%20Cookery%20.pdf
  6. http://foodal.com/best-of-foodal/copper-cast-iron-cookware-best/

Titelbild: Delorean – Back to the future – http://dirceuveiga.com.br/freelance-designer/

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.