Die Gusseiserne Pfanne: Eine kurze Geschichte von fast allem

Fleisch zubereiten und braten ist die Königsdisziplin in der Küche, da das Fleisch meistens im Mittelpunkt des Essens steht. Ob blutig, medium oder well done, hier gehen die Geschmäcker natürlich regelmäßig auseinander.

Bei einem ist sich allerdings jeder einig: Den einzigartigen, unverfälschten Grillgeschmack bekommt Ihr Fleisch nur dann, wenn die Werkzeuge und Zutaten stimmen. Mit einer gusseisernen Pfanne im petto wird das Brutzeln, Braten, Schwenken und Schwitzen zu einem echten Erlebnis. Sowohl hinter dem Herd und Grill als auch für den Gaumen.

Die Geschichte des Gusseisens in der Küche

Das Kochen mit Gusseisen ist eine jahrtausendlange Tradition. Bereits vor 2000 Jahren verwendeten die Chinesen gusseiserne Gefäße zur Zubereitung ihrer Speisen.

Überzeugt haben dabei sowohl die Haltbarkeit als auch die Wärmeleitfähigkeit der Gusseisenpfanne. Die Qualität der Mahlzeiten verbesserte sich durch das Kochen mit gusseisernen Pfannen maßgeblich.

Gusseisenpfannen haben in Europa Tradition

Vor der Einführung des regulären Küchenherds Mitte des 19. Jahrhunderts kochten die Europäer kochten ihr Essenauf dem Herd oder im Kamin. Natürlich wurden auch die Kochtöpfe und Pfannen für die Nutzung in diesen Herden entworfen.

Gusseiserne Töpfe eigneten sich perfekt dafür. Man stattete sie entweder mit Griffen aus, sodass sie über dem Feuer aufgehängt werden konnten, oder stellte die Töpfe wurden mitsamt gusseisernen Beinen her, sodass sie im Kamin stehen konnten.

Die Transformation vom Topf zur Pfanne

Mit zunehmender Popularität von Öfen entwarfen die Menschen immer mehr Töpfe und Pfannen mit flacheren Böden. Begleitet durch diesen Trend wurde im späten 19. Jahrhundert dann die gusseiserne Bratpfanne auf den Markt gebracht – und macht sich bis heute einen Namen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liebten besonders Hausfrauen und Haushälterinnen das gusseiserne Kochgeschirr. So hatte ein Großteil der amerikanischen Haushalte mindestens einen Kochtopf aus Gusseisen.

In den 1960er und 1970er Jahren bekamen die Gusspfannen durch die Einführung von teflonbeschichtetem Aluminium-Kochgeschirr große Konkurrenz. Die Nachfrage an Töpfe und Pfannen aus Gusseisen sank und viele große Gussgeschirr-Hersteller mussten die Tore schließen.

Besonders, weil Aluminiumpfannen und PTFE (Teflon)-Pfannen aufgrund scheinbar gesundheitsgefährdender Eigenschaften immer wieder in Kritik stehen, sind gusseiserne Pfannen in den letzten Jahren wieder verstärkt in Mode gekommen.

Der Herstellungsprozess von Gusseisenpfannen

Um das Rohmaterial für die Pfanne zu gewinnen, wird recyceltes Eisen und Schrott bei einer Hitze von knapp 1.450 Grad eingeschmolzen.

Mittels eines Dauermodells wird dann ein Negativabdruck in den Sand gepresst und das flüssige Gusseisen in die vorhandene Sandform gegossen.

Nach dem Prozess des Gießens kommt die Feinarbeit. Die Pfannen werden nun geputzt und gesäubert. Zuletzt erfolgt das Einbrennen mit Pflanzenöl oder die Emaillierung, aber dazu später mehr.

Die Herstellung von Eisenpfannen

Eisenpfannen sind ebenfalls gängige Werkzeuge in der Küche. Der Herstellungsprozess von ihnen und von Gusseisenpfannen unterscheidet sich allerdings in vielerlei Hinsicht.

Eisenpfannen werden im Gegensatz zu dem komplexen Gießprozess der Gusseisenpfanne aus einem Stück Eisen geschmiedet oder aus einem Stück Blech gestanzt.

Die beiden Pfannenarten unterscheiden sich allerdings nicht nur im Herstellungsprozess. Auch hinsichtlich der physikalischen und Grilleigenschaften gibt es große Unterschiede.

So sind Eisenpfannen gewöhnlich leichter, da sie nur aus einem Stück Blech bestehen. Allerdings halten sie dadurch die Hitze wesentlich schlechter.

Was die Gusseisenpfanne einzigartig macht

Gusseiserne Pfannen haben eine bis zu viermal höhere Leitfähigkeit als Edelstahl- oder Aluminiumpfannen.

Das heißt im Klartext: Durch die gleichmäßige Speicherung der Wärme wird effizientes Braten der Speisen möglich. Aufgrund der Wärmeleitfähigkeit können Sie auch bei niedrigen Temperaturen energieeffizient kochen.

Die Kür: Ist die Emaillierung notwendig oder Humbug?

Gusseiserne Pfannen gibt es emailliert und ohne Emaillierung zu kaufen.

Durch eine Emaillierung bekommt die Pfanne eine Glasur, die sie zum glänzen bringt. Die Glasur verhindert das Rosten und ermöglicht eine optimale Reinigung der gusseisernen Pfanne.

Gleichzeitig ist eine emaillierte Gusseisenpfanne wesentlich hygienischer und muss, im Vergleich zu einer rohen Gusseisenpfanne, nicht so aufwendig gepflegt werden. Außerdem kommt die Emaillierung einer Antihaftbeschichtung sehr nahe.

Rohe Gusspfannen macht es weniger aus, wenn Sie Küchenhelfer aus Metall verwenden oder auch mit einem Messer in der Pfanne schneiden.

Dafür können rohe Gusseisenpfannen bei falscher Benutzung schnell anfangen zu rosten.

Charakteristische Röstaromen? Die Patina macht’s möglich

Während das Steak gebraten wird, legt sich eine Patina auf die Gusseisenpfanne. Patina? Was? Die Patina sorgt für eine Antihaftbeschichtung in der Pfanne. Konkret handelt es sich dabei um festgebrannte Polymere, die sich durch viele Benutzungen auf der rohen Eisenschicht abgelagert haben.

Diese Speisefette speichern den Geschmack zuvor zubereiteter Speisen und geben ihn an das Essen in der Gusspfanne weiter.

Dadurch wird Ihr Steak nicht nur zu einem gekochten Stück Fleisch. Es entwickelt einen unvergleichlichen Geschmack, bei dem Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen wird.

Durch die schonende Erwärmung bleibt der Geschmack des Bratgutes erhalten und verbindet sich mit feinen Röstaromen.

Bratkartoffeln, Bratwürstchen und vor allem Steaks gelingen so gut wie immer, wenn Sie einige einfache Tipps zum Grillen mit Gusseisen beachten.

Beim Braten mit Gusseisen wird außerdem weniger Fett benötigt. Das freut natürlich Ihre Figur, indem es eine cholesterinarme und kalorienbewusste Ernährung unterstützt.

Gusseisenpfannen reichern das Essen mit natürlichem Eisen an

Die Verarbeitung und Herkunft des Gusseisens sind das A und O. Beim Kochen mit Edelstahlpfannen wird oft Nickel an die zubereiteten Lebensmittel abgegeben. Die US-amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics, die weltgrößte Organisation für Ernährungs- und Nahrungsfachleute, hat herausgefunden, dass bei Gusseisenpfannen hingegen die Speisen permanent mit natürlichem Eisen angereichert werden.

Dies unterstützt Deine gesunde Ernährung.

Gusseiserne Pfannen – die Hanteln der Küche

Da die Wände der Gusseisenpfannen relativ dick sind, macht dies die Pfanne schwerer als übliche Küchengeräte.

Zum Vergleich: Gusseisen hat eine spezifische Dichte von 7,25 g/cm³, wohingegen Aluminium eine Dichte von nur 2,70 g/cm³ aufweist.

Aber das Mehrgewicht hat auch einige Vorteile. Unter anderem sorgt das Gewicht dafür, dass

  • die Pfanne sehr gut in der Hand liegt.
  • die Hitze durch die Dichte lange gespeichert werden kann.
  • scharfes Anbraten und Schmoren zum Kinderspiel wird.

Die gusseiserne Pfanne ist robust und langlebig

Die Gusseisenpfanne kann noch durch weitere positive Eigenschaften bestechen. Sie ist sehr robust sowie überaus langlebig. Eine Pfanne aus Gusseisen kann durchaus mehrere Jahrzehnte halten.

Durch die Dichte des Materials sind gusseiserne Pfannen absolut kratz- und schnittfest. Folglich können Sie die Gerichte in der Pfanne schneiden, ohne diese zu beschädigen.

Sie können in einer unbeschichteten Gusseisenpfanne also beinahe jedes erdenkliche Wendebesteck verwenden, ohne die Gusspfanne zu verkratzen.

Die Gusseisenpfanne eignet sich für alle Herdarten

Gusspfannen sind vielfältig einsetzbar. Egal, ob in Ihrem Zuhause ein Gas-, Halogen-, Induktions- oder Elektroherd steht, die gusseiserne Pfanne eignet sich für alle Herdarten.

Selbst im Backofen macht die Pfanne aus Gusseisen eine gute Figur, denn sie eignet sich aufgrund ihrer Hitzebeständigkeit ideal zum Überbacken oder Gratinieren von rustikalen Ofengerichten. Hat die Pfanne allerdings einen Holzgriff, kann es durchaus zu Problemen im Herd kommen.

 

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