Wer liebt sie nicht, die Bratkartoffeln? Knusprig kross gebraten und herzhaft deftig gewürzt schmecken sie, wenn wir ehrlich sein wollen, einfach zu allem. Egal, ob an einem heißen Sommertag als Beilage zum saftig gegrillten Rumpsteak, an einem klirrend kalten Winterabend zu Gänsebraten serviert oder einfach nur an einem verschlafenen Sonntag zu Rührei und Speck – Bratkartoffeln gehen immer.

Das Problem mit Bratkartoffeln

Das Problem ist, dass es uns Bilderbuch-Bratkartoffeln nicht immer gelingen. Dabei klingt es doch so einfach. Sagt nicht der Name alleine bereits alles? Bratkartoffeln werden gemacht, indem man Kartoffeln anbrät.

Was soll da schon schiefgehen?

Leider kann bei der Zubereitung von Bratkartoffeln eine ganze Menge schiefgehen. Nicht selten ärgern wir uns, weil die Kartoffeln in der Pfanne auseinanderbrechen und dann auch noch zu trocken oder fettig auf den Teller kommen. Nach der ganzen Mühe des Abkochens und Pellens muss das nicht sein. Wirklich nicht.

Deshalb möchten wir Ihnen zeigen, wie es Ihnen ganz entspannt und einfach gelingt, die perfekten Bratkartoffeln zu zaubern. Sind Sie bereit? Los geht´s.

Wissenswertes rund um die Kartoffel

Um hinterher am Esstisch nicht nur für Ihre leckeren Bratkartoffeln bewundert zu werden, sondern auch mit Ihrem Wissen glänzen zu können, finden Sie hier ein kleines Kartoffel Einmaleins.

Der Ursprung der Kartoffelpflanze

Die älteste, bekannte Spur wilder Kartoffeln führt in den Süden von Chile. In Südamerika wächst die gelbe Knolle bereits seit mehr als 13.000 Jahre. Alleine in Peru gibt es inzwischen mehr als 3.000 lokale Kartoffelsorten.

Die Kartoffel als Zierpflanze

Um 1560 rum kamen die Kartoffeln über die Kanarischen Inseln nach Spanien, und um 1590 gelangten sie ohne Umwege direkt nach England. Es scheint uns beinahe unvorstellbar, doch während die südamerikanischen Eingeborenen weiterhin ihren typisch getrockneten Kartoffelbrei genossen, nutzten die Europäer die Kartoffeln zunächst nur als Zierpflanze. In botanischen Gärten bewunderten sie das prächtige Laub und die elegante Form der Blüten – ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig gute Kommunikation sein kann.

Kartoffelrezepte sind nichts Neues

In deutscher Sprache erschien das erste Kochbuch mit Kartoffelrezepten 1621 in Linz. 1716 begann man in Sachsen, Kartoffeln in großem Stil anzubauen.

Die Kartoffel heute

Inzwischen ist die Kartoffel zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel auf der ganzen Welt geworden. Es gibt rund 5.000 Kartoffelsorten, und jährlich werden in etwa 376 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Deutschland ist der sechstgrößte Kartoffelproduzent, direkt nach den Vereinigten Staaten und – erstaunlicherweise – der Volksrepublik China (auf erstem Platz).

Kartoffeln sind der King

Das Tolle an Kartoffeln? Neben der Tatsache, dass sie lecker sind? Man kann sie das ganze Jahr über in jedem noch so kleinen Supermarkt kaufen. Sie sind im Vergleich zu manchen anderen Gemüsesorten nicht besonders teuer und halten trotzdem lange satt. Und haben wir schon erwähnt, dass Kartoffeln zu so ziemlich jedem Gericht passen? Ja? Gut.

Die passende Kartoffelsorte für perfekte Bratkartoffeln

Nun aber zurück zu unserem eigentlichen Ziel: die leckersten, knusprigsten Bratkartoffeln zu machen. Die erste große Frage, die wir uns stellen müssen, ist, welche Kartoffelsorten überhaupt für die Zubereitung von Bratkartoffeln geeignet sind.

Die drei Arten von Kartoffelsorten

Kartoffelsorten werden in drei große Überkategorien eingeteilt: mehlig kochend, vorwiegend festkochend und festkochend. Die Zuweisung zu einer der drei Kategorien erfolgt aufgrund des Stärkegehalts der jeweiligen Kartoffelsorte. Je mehr Stärke eine Kartoffel hat, desto trockener ist sie nach dem Kochen und desto eher zerkrümelt sie dann.

Kartoffelsorte # 1: Mehlige Kartoffeln

Mehlig kochende Kartoffeln verfallen schnell und lassen sich mühelos zerstampfen. Sie eigenen sich daher besonders gut, wenn man Eintöpfe, Suppen, Knödel oder Püree kochen möchte.

Kartoffelsorte # 2 & # 3: Vorwiegend festkochende Kartoffeln

Vorwiegend festkochende Kartoffeln halten bereits besser ihre Form, lassen sich jedoch noch leicht kauen. Man benutzt sie vor allem zur Zubereitung von Gratins, Pommes oder Folienkartoffeln.

Perfekte Bratkartoffeln gelingen nur mit festkochenden Kartoffelsorten

Den allerersten Anspruch, den wir an Bratkartoffeln stellen, ist, dass die Kartoffelscheiben nicht zerbrechen, bevor sie die Pfanne verlassen haben. Diese Herausforderung können Sie überhaupt nur dann meistern, wenn Sie mit festkochenden Kartoffeln arbeiten. Aufgrund der Tatsache, dass diese Kartoffelsorten die wenigste Stärke aufweisen, sind sie feuchter und dementsprechend deutlich schnittfester.

Eine Auswahl an festkochenden Kartoffelsorten

Im Folgenden haben wir eine kleine Auswahl von festkochenden Kartoffelsorten aufgelistet, mit denen Ihnen die perfekten Bratkartoffeln gelingen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kartoffelsorte bestimmt den Geschmack – nicht das Gelingen

Für welche dieser vielen Sorten Sie sich letztlich entscheiden, macht keinen Unterschied, wenn es darum geht, dass die Bratkartoffeln kross und formschön die Pfanne verlassen. Ausschlaggebend ist hierfür alleine, dass die Kartoffel zu den festkochenden Kartoffelsorten gehört. Ihre Wahl der Sorte betrifft alleine den Geschmackston. Überraschen Sie Ihre Familie und Freunde damit, dass die Bratkartoffeln bei Ihnen jedes Mal ein bisschen anders schmecken – aber jedes Mal unsagbar lecker.

Was Sie beim Kauf der Kartoffeln beachten sollten

Hier wollen wir aber nicht aufhören. Um die perfekten Bratkartoffeln hinzubekommen, brauchen wir nicht nur die beste Kartoffelsorte hierfür, sondern auch die besten Kartoffel dieser Sorte.

Ganz oder gar nicht.

Achten Sie beim Einkaufen darauf, dass die Kartoffeln fest und die Haut möglichst makellos ist. Vermeiden Sie Kartoffeln, deren Schale zerfurcht oder aufgeplatzt ist. Auf gar keinen Fall sollten Sie Kartoffeln kaufen, die entweder noch eine grüne Färbung aufweisen (und sollte diese noch so klein sein) oder bereits austreiben. Mit der Ausnahme von neuen Kartoffeln, deren hauchzarte Schale so dünn ist, dass sie abreiben darf, sollten die Kartoffeln keine Stellen aufweisen, an denen Schale fehlt.

Wer hat Lust auf Kartoffelschälen?

Liegt die richtige Kartoffelsorte mit den schönsten Knollen bei Ihnen zuhause auf der Anrichte? Dann kann es jetzt tatsächlich ans Eingemachte gehen.
…wenn da nicht die mangelnde Motivation wäre, die Kartoffeln zu pellen. So gerne wir alle knusprigen Bratkartoffeln genießen, so wenig Spaß macht es doch, die abgekochten Kartoffeln zu schälen. In diesem Moment können Sie sich entscheiden: Möchten Sie die Bratkartoffeln aus gekochten oder vielleicht doch lieber aus rohen Kartoffelscheiben zaubern? Bevor Sie sich sofort und ohne Wimpernzucken für die rohe Variante entscheiden: die Zeit, die Sie fürs Abkochen und Pellen einsparen, brauchen Sie stattdessen zum Anbraten. Außerdem möchten wir Ihnen etwas später noch einen super einfachen Trick verraten, mit dem Sie beim Pellen extrem viel Zeit sparen können. Nun aber zunächst einen kleinen Überblick darüber, welche Vorteile Pellkartoffeln haben, und mit welchen Argumenten rohe Kartoffeln bestechen.

Der Vorteil von Bratkartoffeln aus gekochten Kartoffeln

Bratkartoffeln aus gekochten Kartoffeln haben den eindeutigen Vorteil, dass sie auf jeder Seite kaum mehr als fünf bis sechs Minuten in der heißen Pfannen brauchen, bevor sie lecker und knusprig gebraten serviert werden können. Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln brauchen ungefähr viermal so lange.

Verwenden Sie keine Salzkartoffeln vom Vortag

Vielleicht mögen Sie sich gerade denken, dass sich diese Variante mit Pellkartoffeln auch sehr gut zur Resteverwertung eignet. Aber Vorsicht! Wenn Sie möchten, dass Ihnen die Bratkartoffeln nicht zerfallen, dürfen Sie keine übrig gebliebenen Salzkartoffeln benutzen (Salzkartoffeln sind Kartoffeln, die zuerst geschält und dann in gesalzenem Wasser abgekocht wurden). Salzkartoffeln verlieren beim Abkühlen an Feuchtigkeit, wodurch sie austrocknen und leicht auseinanderbrechen.

Pellkartoffeln eignen sich hervorragend…

Übrig gebliebene Pellkartoffeln können Sie dagegen wunderbar in Bratkartoffeln verwandeln. Die Schale sorgt wie eine Mauer dafür, dass Feuchtigkeit und Vitamine beim Abkochen nicht verloren gehen und sich eine wachsartige Textur bildet. Die Kartoffeln bleiben saftig und sind einfacher gleichmäßig zu schneiden.

…und am besten, wenn sie vom Vortag sind

Vor allem und vorneweg ist jedoch wichtig, dass die Kartoffeln ganz abgekühlt sind. Sind die Pellkartoffeln auch nur leicht warm, ist die Stärke noch empfindlich. In diesem Fall kann es durchaus passieren, dass Ihnen die Scheiben beim Schneiden trotz größter Vorsicht brechen. Wenn die Bratkartoffeln perfekt gelingen sollen, ist es ratsam, die Kartoffeln am Vortag abzukochen und zu pellen.

Der Vorteil von Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln

Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln haben definitiv den Vorteil, dass Sie nicht bereits am Vortag gewusst haben mussten, dass Sie heute Appetit auf Bratkartoffeln haben, bzw. dass Sie nicht erst lange warten müssen, bis die gepellten Kartoffeln abgekühlt sind.

Die dünnen Scheiben behutsam wenden

Auch rohe Kartoffeln müssen vor dem Anbraten geschält werden (außer es handelt sich um neue Kartoffeln). Schneiden Sie die Scheiben am besten nicht zu dünn. Zwar ist es natürlich so, dass die Kartoffeln schneller durch sind, je dünner die Scheiben geschnitten werden, doch brechen sie dann auch sehr viel leichter beim Wenden auseinander. Als Grundregel gilt bei Bratkartoffeln aber generell, dass sie behutsam gewendet werden möchten – auch wenn sie aus Pellkartoffeln gemacht werden.

Auf niedriger Hitze anbraten

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, den richtigen Hitzegrad zu finden. Wird die Pfanne zu heiß, brennen die Kartoffelscheiben außen an, während sie innen noch nicht einmal annähernd durch sind. Braten Sie die Kartoffeln daher beim ersten Mal lieber auf niedriger Stufe an und probieren Sie aus, welche Garstufe zu der Dicke Ihrer Kartoffelscheiben passt. Behalten Sie die Kartoffeln beim Brutzeln im Auge.

Wie Ihnen das Pellen der Kartoffeln von der Hand rutscht

  1. Nun noch einen kleinen, aber ungemein nützlichen Trick zum Pellen von Kartoffeln. Sie können sich damit eine Menge an Zeit sparen.
    Nehmen Sie ein scharfes Messer und ritzen Sie damit einmal horizontal (also um die Breitseite) der Kartoffel. Ritzen Sie jedoch nicht ins Fleisch der Kartoffel, sondern möglichst nur in die Schale. Achten Sie darauf, dass Sie einen Kreis ritzen, dessen Ende den Anfang trifft.
  2. Haben Sie alle Kartoffeln geritzt, kochen Sie die Kartoffeln wie üblich ab.
  3. Sind die Kartoffeln durch, gießen Sie die Flüssigkeit aus dem Topf ab. Füllen Sie den Topf mit den Kartoffeln dann mit kaltem Wasser.
  4. Sobald Sie die Kartoffeln anfassen können (Vorsicht, verbrennen Sie sich nicht), sollte sich die Schale ganz einfach abziehen lassen.
  5. Für unsere Bratkartoffeln brauchen wir die geschälten Kartoffeln nicht wieder heiß, doch natürlich können Sie diesen Trick auch anwenden, wenn Sie etwas anderes aus Pellkartoffeln kochen, oder einfach nur Quark dazu servieren möchten. In dem Fall können Sie die Kartoffeln ganz mühelos noch einmal erwärmen, indem Sie diese für kurze Zeit in heißes Wasser legen.

 

Kartoffeln schneiden

Im nächsten Schritt müssen wir die Kartoffeln schneiden. Zuvor sollten Sie darauf achten, dass Sie alle schwarzen Augen großzügig ausgeschnitten haben. Und danach sind Sie gefragt: Auf was haben Sie Lust? Möchten Sie Ihre Bratkartoffeln ganz klassisch in Scheiben servieren? Oder fühlen Sie sich abenteuerlich genug für Würfel?

Variante 1: Kartoffelscheiben

Schneiden Sie die Kartoffeln in ca. 0,5 cm dicke Scheiben. Es ist besonders wichtig, dass alle Scheiben ungefähr gleich dick sind. Ansonsten werden manche der Scheiben schneller gar als der Rest. Halten Sie die Kartoffel gut fest, dass sie Ihnen beim Schneiden nicht aus der Hand rutschen.

Variante 2: Kartoffelecken

Halbieren Sie die Kartoffel einmal der Länge nach. Teilen Sie dann jede der Hälften quer in gleich große Stücke.

Variante 3: Kartoffelschnittchen

Halbieren Sie die Kartoffel der Länge nach. Legen Sie jede Hälfte mit der aufgeschnittenen Seite nach unten hin. Das hilft, dass die Hälften beim Schneiden stabil auf dem Brett aufliegen. Schneiden Sie dann die Kartoffel längs in gleich große Schnittchen. Anschließen können Sie die Schnittchen kürzen, indem Sie sie quer durchschneiden. Achten Sie darauf, dass die Schnittchen gleich groß bleiben.

Variante 4: Kartoffelwürfel

Schneiden Sie die Kartoffel wie bei Variante 3 in Kartoffelschnittchen. Schneiden Sie anschließend die Schnittchen in kleine, gleich große Würfel.

Es sieht leichter aus, als es ist

Bratkartoffeln sind ein hinterhältiges Gericht. Sie sehen furchtbar simpel aus, denn schließlich braucht man auch nicht viele Zutaten. Genug Kartoffeln, ein bisschen Fett, Salz und vielleicht noch ein paar Gewürze. Das alleine genügt schon, um ein Gericht mit Suchtpotenzial zu kreieren. Doch wie mit den meisten einfachen Dingen im Leben ist es auch bei Bratkartoffeln so, dass es leichter aussieht, als es tatsächlich ist.

Hässliche Bratkartoffeln ade

Wie oft sind uns die Scheiben beim Braten zerfallen? Wie oft haben wir zu viel kaltes Öl erwischt, dass unsere schönen Bratkartoffeln wie fettiges Gummi hat schmecken lassen? Wie oft haben wir den Moment verpasst, in dem wir die Kartoffeln aus der Pfanne hätten nehmen sollen, sodass sie am Ende viel zu trocken waren?
Ab jetzt passiert uns das nicht mehr. Ab jetzt werden wir nur noch perfekte Bratkartoffeln kochen. Unsere Kartoffeln sind knusprig kross gebraten, mit einer goldbraunen Kruste, hinter der sich saftige-weiches Kartoffelfleisch versteckt.

Das geeignete Öl für die perfekten Bratkartoffeln

Dass die perfekten Bratkartoffeln gelingen, ist es wichtig, dass sich die Scheiben beim Anbraten nicht mit Fett vollsaugen. Um das zu verhindern muss das Fett bereits sehr heiß sein, wenn wir die Kartoffeln in die Pfanne geben. Wir brauchen daher Öl, das einen sehr hohen Rauchpunkt hat und idealerweise geschmacksneutral ist. Sehr gut lassen sich raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumen- oder Erdnussöl verwenden.

Auch mit tierischen Fetten gelingen sie gut

Wer lieber zu tierischen Fetten greift, sollte anstatt Butter lieber Butterschmalz benutzen. Beim Anbraten von reiner Butter verbrennen das in ihr enthaltene Wasser und die Eiweiße, wodurch die Kartoffeln einen unangenehmen Geschmack bekommen.

Je größer die Pfanne, umso besser

Natürlich trägt auch die Wahl der geeigneten Pfanne ihr wesentliches zum Gelingen der Bratkartoffeln bei. An dieser Stelle ein Tipp vorneweg: egal, um welchen Pfannentyp es handelt – je größer die Pfanne im Verhältnis zu den Kartoffeln, desto besser werden diese. Denn wenn es alle Kartoffeln gleichzeitig möglich ist, Kontakt zum Pfannenboden zu haben, können sie auch gleichzeitig schön kross und goldbraun brutzeln.

Gusseisenpfannen sind die ideale Wahl

Bratpfanne Roeth N°1

Nun aber zum Pfannentyp. Bratkartoffeln sind ein Klassiker, der in ebenso einem Klassiker angebraten werden will. Am besten schmecken die Kartoffeln immer, wenn sie direkt aus der Gusseisenpfannen auf den Teller kommen.

Und das hat auch seinen guten Grund. Besser gesagt, seine guten Gründe.

Grund # 1: Gusseisenpfannen benötigen weniger Fett zum Braten

Zum einen und als allererstes braucht man grundsätzlich zum Braten sehr viel weniger Fett in einer gusseisernen Pfanne als in anderen Pfannen (die nicht aus Teflon bestehen).

Wenn Sie tatsächlich noch eine alte, unbeschichtete Gusseisenpfanne im Schrank haben sollten, hat sich auf dieser vermutlich längst eine Patina gebildet. Die Patina ist eine Schicht aus eingebranntem Fett, das sich mit dem Eisen verzahnt hat und der Pfanne einen natürlichen Antihaft-Effekt verleiht.

Haben Sie sich erst vor einiger Zeit eine Gusseisenpfanne gegönnt, so ist diese industriell beschichtet (vgl. EU-Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004). Das muss nicht gleich bedeuten, dass es ungesunder ist, darin zu braten. Ist die Pfanne beispielsweise mit Emaille beschichtet, garantiert das nicht nur einen starken Antihaft-Effekt, sondern auch, dass Sie die Pfanne ohne gesundheitliche Bedenken nutzen können. Emaille ist ein natürlicher, glasartiger Stoff, der unter hohen Temperaturen auf das Trägermaterial Eisen aufgebrannt wird.

Die Tatsache, dass Sie weniger Fett zum Braten benötigen, vermindert die Wahrscheinlichkeit, dass die Kartoffeln am Pfannenboden kleben bleiben oder im Fett ertränken und als Bratkartoffelbrei die Pfanne verlassen.

Grund # 2: Gusseisenpfannen geben hervorragend Hitze ab

Zum anderen sind Gusseisenpfannen absolute Meisterinnen darin, einmal aufgenommene Hitze lange zu speichern und diese nach und nach wieder abzugeben. Sobald Sie Ihre gusseiserne Pfanne erhitzt haben, können Sie die Temperatur der Herdplatte auf eine niedrigere Stufe drehen. Geben Sie nun die Kartoffeln in die heiße Pfanne, garen diese schön langsam, gründlich und gleichmäßig bei indirekter Hitze durch. Die Gefahr, dass die Kartoffeln außen anbrennen, während sie innen noch roh sind, verringert sich um Einiges.

Grund # 3: Gusseisenpfannen verleihen das einmalige Röstaroma

Außerdem – und dieser Punkt ist für Genießer mindestens so wichtig wie die anderen beiden – schafft es keine andere Pfannenart als die gusseiserne Pfanne, den Bratkartoffeln das feine, natürliche Röstaroma zu verleihen, das sie auszeichnet.

Bratkartoffeln in anderen Pfannenarten

Natürlich ist es keine Kardinalsünde, Bratkartoffeln in anderen Pfannen als gusseisernen zuzubereiten. Es kann eben nur sein, dass die Bratkartoffeln, die am Ende auf Ihrem Teller landen, nicht ganz dem Bild entsprechen, das Sie sich unter den perfekten Kartoffeln vorgestellt haben.

Je dicker der Pfannenboden, umso besser

Versuchen Sie auf jeden Fall, die Kartoffeln in einer Pfanne mit dickem Boden zu braten. Je dicker der Boden, desto mehr Wärme kann die Pfanne speichern und wieder abgeben und desto gleichmäßiger werden sie gegart.

Das Geheimnis knuspriger Bratkartoffeln

Perfekte Bratkartoffeln sind gleich knusprige Bratkartoffeln mit der richtigen Würze. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Kartoffelscheiben von allen Seiten gut angebraten sein müssen – ohne dabei anzubrennen.

Jede Scheibe braucht ihr Plätzchen für sich

Dass Ihnen diese Meisterleistung gelingt, brauchen Sie eine Pfanne, deren Grundfläche groß genug ist, dass alle Kartoffelscheiben nebeneinander Platz haben. Liegen die Kartoffeln aufeinander, werden sie zwar alle durch (sofern Sie eine Gusseisenpfanne benutzen), aber nicht goldbraun knusprig. Sobald man für mehr als nur sich selbst kochen möchte, reichen die meisten Pfannen hierfür jedoch leider nicht aus. Das macht aber nichts. Das bedeutet einfach nur, dass Sie die Kartoffeln unter Umständen in mehreren Runden braten müssen.

Geben Sie den Kartoffeln Zeit

Bratkartoffel-Profis geben die Kartoffelscheiben so in die bereits erhitzte Pfanne, dass jede Scheibe den Boden möglichst großflächig berührt. Auf mittlerer Hitze dürfen die Kartoffeln dann fünf bis sechs Minuten ungestört vor sich hin brutzeln. Profis wenden die Kartoffeln erst dann, wenn die Kartoffelseite, die den Pfannenboden berührt, den gewünschten Braunton angenommen hat (ob gold-, karamell-, oder bronzefarben ist ganz Ihrem persönlichen Geschmack überlassen).

Wenden oder schwenken – beides ist erlaubt

Um die Bratkartoffeln zu wenden, können Sie die Pfanne locker aus dem Handgelenk schwenken. Das sieht natürlich ziemlich cool aus, erfordert aber so Einiges an Übung, bis es richtig klappt. Möchten Sie das Risiko lieber nicht eingehen, dass die Kartoffelscheiben bei den ersten Schwenkversuchen auseinanderbrechen, können Sie die Bratkartoffeln auch mit einem Pfannenwender sachte wenden. Sie sollten das Wenden bei nicht mehr als dreimal belassen. Je ungestörter die Kartoffeln braten dürfen, desto krosser werden sie und desto geringer ist die Gefahr, dass sie auseinanderfallen.

…wenn die Bratkartoffeln besonders knusprig werden sollen

An dieser Stelle noch ein kleiner Trick für Abenteuerlustige. Indem Sie die Kartoffeln anstatt in Scheiben in kleinere Würfel schneiden und diese Würfel in einer Schüssel grob umrühren, werden die Seiten der Würfel rau. Das vergrößert die Oberfläche der Kartoffelstücke. So werden sie besonders knusprig.

Bratkartoffeln mit und ohne alles

Mit und aus Bratkartoffeln lässt sich eine unbeschreiblich große Anzahl an leckeren Gerichten zaubern. Von ganz simplen Rezepten (einfach nur mit Salz und Pfeffer verfeinert), über die Beigabe von Eiern, Pilzen, Zwiebeln, Speck und was Ihr Kühlschrank sonst noch hergibt zu schmackhaften Begleitern von Fleisch und Gemüsepfannen – es ist immer und für jeden etwas dabei.
Anfangen muss aber alles immer mit dem Grundrezept.

Sobald die Basis stimmt, kann eigentlich kaum mehr etwas schiefgehen.

Bratkartoffel-Grundrezept

Die Mengenangaben sind so berechnet, dass die Bratkartoffeln das Hauptgericht sind. Wenn Sie die Bratkartoffeln nur als Beilage möchten, können Sie eine entsprechend kleiner Menge nehmen.
Für vier Portionen:

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 2 EL Butterschmalz
  • 8 Zweige Petersilie
  • Salz und Pfeffer (Vorsicht – wenn Sie Speck oder Käse zu den Bratkartoffeln dazugeben möchten, reicht etwas weniger Salz. Lieber würzen Sie am Ende noch einmal nach)
  • eine Pfanne (am besten eine gusseiserne Pfanne)

Für Bratkartoffeln aus Pellkartoffeln

  1. Kochen Sie die Kartoffeln am Tag zuvor in reichlich Salzwasser ab. Pellen Sie die Kartoffeln (sehr gerne mit unserem kleinen Trick). Stellen Sie die Kartoffeln abgedeckt über Nacht kalt.
  2. Schneiden Sie die Kartoffeln mit einem scharfen Messer in ca. 0,5 cm dicke Scheiben (oder wahlweise natürlich in gleich große Würfel, Ecken oder Schnittchen).
  3. Heizen Sie die Pfanne auf mittlerer Stufe vor. Ist die Pfanne heiß, geben Sie das Butterschmalz in die Pfanne. Sobald es verlaufen ist (schwenken Sie die Pfanne eventuell, dass der gesamte Pfannenboden von Fett bedeckt ist), legen Sie die Kartoffeln nebeneinander in die Pfanne. Geben Sie den Kartoffeln Zeit, die gewünschte Bräune anzunehmen, bevor Sie sie wenden (bei 0,5 cm dicken Scheiben sollten sie nach 5-6 Minuten so weit sein).
  4. Wenden Sie die Kartoffelscheiben vorsichtig mit einem Pfannenwender oder schwenken Sie die Pfanne locker aus dem Handgelenk. Geben Sie dieser Kartoffelseite nun ebenso viel Zeit wie der ersten, um goldbraun knusprig zu werden.
  5. Waschen Sie derweil die Petersilie. Trennen Sie dann die Blätter von den Stängeln und hacken Sie die Blätter klein. Bestreuen Sie die Bratkartoffeln nach Belieben mit Salz, Pfeffer und Petersilie.

Für Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln

  1. Schälen Sie die Kartoffeln.
  2. Schneiden Sie die Kartoffeln mit einem scharfen Messer in relativ dünne, ca. 0,2 cm dicke Scheiben (oder wahlweise natürlich in gleich große Würfel, Ecken oder Schnittchen).
  3. Heizen Sie die Pfanne auf mittlerer Stufe vor. Ist die Pfanne heiß, geben Sie das Butterschmalz in die Pfanne. Sobald es verlaufen ist (schwenken Sie die Pfanne eventuell, dass der gesamte Pfannenboden von Fett bedeckt ist), schalten Sie die Herdplatte auf niedrige Stufe runter. Legen Sie die Kartoffeln nebeneinander in die Pfanne. Geben Sie den Kartoffeln Zeit, die gewünschte Bräune anzunehmen, bevor Sie sie wenden (bei 0,2 cm dicken Scheiben sollten sie nach 20-24 Minuten so weit sein).
  4. Wenden Sie die Kartoffelscheiben vorsichtig mit einem Pfannenwender oder schwenken Sie die Pfanne locker aus dem Handgelenk. Geben Sie dieser Kartoffelseite nun ebenso viel Zeit wie der ersten, um goldbraun knusprig zu werden.
  5. Waschen Sie derweil die Petersilie. Trennen Sie dann die Blätter von den Stängeln und hacken Sie die Blätter klein. Bestreuen Sie die Bratkartoffeln nach Belieben mit Salz, Pfeffer und Petersilie.

Bratkartoffeln würzen

Beim Würzen der Bratkartoffeln können Sie sich gerne etwas ausprobieren. Klassischerweise werden Bratkartoffeln nur mit Salz, Pfeffer und Petersilie gewürzt. Leckere Varianten bekommen Sie aber auch, wenn Sie Ihre Bratkartoffeln mit Majoran, Oregano, Kümmel, Thymian, Rosmarin oder Paprika würzen. Vielleicht nicht alles auf einmal, aber gerne in verschiedenen Zusammensetzungen.

Finden Sie heraus, was Ihnen am besten schmeckt (so haben Sie gleich einen Vorwand, einige Male öfter knusprige Kartöffelchen zu braten).

Bratkartoffeln aus Süßkartoffeln

Natürlich können Sie auch aus Süßkartoffeln wunderbar schmackhafte Bratkartoffeln zaubern.
Für vier Portionen brauchen Sie:

  • 1 kg Süßkartoffeln
  • 2 EL hoch erhitzbares Öl
  • Salz und Pfeffer
  • eine Pfanne (am besten eine gusseiserne Pfanne)
  1. Schneiden Sie die rohen Süßkartoffeln in sehr dünne Scheiben. Die Schale darf dran bleiben.
  2. Heizen Sie die Pfanne auf mittlerer Stufe vor. Ist die Pfanne heiß, geben Sie das Öl hinein und schwenken Sie die Pfanne, sodass das Öl den gesamten Pfannenboden bedeckt.
  3. Stellen Sie die Herdplatte auf niedrige Stufe. Geben Sie die Süßkartoffelscheiben in die Pfanne und braten Sie die Scheiben auf jeder Seite, bis sie durch sind.
  4. Würzen Sie die gebratenen Süßkartoffeln nach Belieben mit Salz und Pfeffer.

Bratkartoffeln mit…

Ein wichtiger Tipp zum Schluss. Wenn Sie Zwiebeln, Speck, Eier oder Ähnliches mit den Bratkartoffeln servieren möchten, sollten Sie darauf achten, diese Zutaten nicht gleichzeitig mit den Kartoffeln in derselben Pfanne anzubraten. Ansonsten verbrennen Ihnen entweder die anderen Speisen, oder die Bratkartoffeln werden nicht knusprig genug.

Sollten Sie keine zwei Pfannen haben, um die Bratkartoffeln und anderen Speisen gleichzeitig zubereiten zu können, bietet es sich an, wenn Sie die Bratkartoffeln als Letztes anbraten und die übrigen Zutaten kurz vor dem Servieren (wenn sie bereits Farbe angenommen haben und knusprig sind) noch einmal zum Aufwärmen in die Pfanne geben.

 

Quellen

(bitte klicken)
  • Depositphotos.com / Roasted Potatoes with Rosemary @ robynmac
  • Depositphotos.com / Potatoes with the stem and leaves @ blueringmedia
  • Depositphotos.com / Potato Harvest @ stocksnapper
  • Depositphotos.com / Peeled potato @ GekaSkr
  • Depositphotos.com / Potato @ amstfd
  • Depositphotos.com / Oil flowing from carafe @ yellow2j
  • Depositphotos.com / Raw potatoes in a box @ Nitrub
  • Depositphotos.com / Various spices in spoons @ IgorTishenko
  • Depositphotos.com / Authentic fried potatoes with bacon and parsley on black pan. Mo @ elena_larina

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