How To: 2 einfache Wege, wie Ihre Spareribs auch ohne Smoker einen leckeren BBQ-Geschmack bekommen

Spareribs gehören in den Südstaaten der USA zu Barbecues wie das Amen in die Kirche. Traditionellerweise schmoren Amerikaner die Schweinerippchen auf Smoker Grills. Dadurch werden sie saftig, zart und lecker.

Leider hat kaum einer von uns Deutschen einen Smoker zuhause stehen. Aber das macht nichts.

Es gibt zwei simple Möglichkeiten, Ihre Freunde mit großartigen Spareribs zu überraschen. Sie können Spareribs genau so aromatisch auf einem Holzkohle- oder Gasgrill schmoren – und wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Das Problem mit Holzkohle- und Gasgrills

Der unverwechselbare Geschmack amerikanischer Spareribs kommt von dem Rauch des Smokers, der die Rippchen beim Grillen umgibt. Deutsche grillen meistens auf Holzkohle- oder Gasgrills. Weder der eine noch der andere Grill ist für intensives Räuchern gedacht. Deshalb erklären wir Ihnen, wie Sie Ihren Grill einfach und schnell in einen kleinen Smoker verwandeln können.

Was Sie brauchen, um auf Ihrem Grill Spareribs zu räuchern

  • Spareribs (möglichst rechteckig und gleichmäßig dick)
  • Alufolie
  • einen leckeren Rub
  • eine gute BBQ-Sauce 

Wenn Sie einen Holzkohlegrill haben, brauchen Sie außerdem…

  • Holzkohle
  • Hackschnitzel
  • 2 Einmal-Grillpfannen aus Alu, ca. halb so groß wie der Grill
  • ein verlässliches Thermometer
  • 120 ml Apfelsaft

Sie brauchen dazu noch einen Holzkohlegrill, auf dem Sie eine Temperatur von ca. 120° C halten können. Spareribs müssen langsam und indirekt schmoren, dass sie schön zart werden.

Wenn Sie einen Gasgrill haben, brauchen Sie außerdem…

  • Gas
  • Räucherklötze (besser größere Klötze als kleine)

Ihr Gasgrill muss so groß sein, dass die Spareribs – ohne direkt über einem Gasbrenner zu liegen – auf den Grillrost passen. Die Spareribs gelingen am besten, wenn Ihr Grill zwei Brenner hat. 

Vorsicht – Spareribs grillen dauert lange!

Sie müssen Zeit und Geduld haben, wenn Sie Spareribs geschmackvoll zubereiten möchten. Auf dem Holzkohlegrill brauchen getrimmte Spareribs 3 bis 4 Stunden, je nach Art des Grills und der Außentemperatur.

Auf dem Gasgrill dauert es nicht ganz so lange, aber 1 ½ bis 2 Stunden sollten Sie auf jeden Fall einplanen.

Trimming und Rub nicht vergessen

Ihren Grill in einen Smoker zu verwandeln ist eine spannende Angelegenheit. Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass die Schweinerippchen ihren vollen Geschmack nur mit einem ordentlichen Trimming und einem würzigen Rub entfalten können.

Nur wenn die Spareribs richtig liegen, gelingen sie auch

Ob Ihre Spareribs zum Hit des Abends werden, hängt ganz stark davon ab, wie Sie sie zum Grillen auf den Rost legen. Es gibt drei goldene Regeln.

Erstens: Die Spareribs dürfen einander nicht berühren. Jedes Stückchen der Oberfläche muss Hitze und Rauch frei ausgesetzt sein. Wenn Sie mehr Spareribs auf einmal grillen möchten, können Sie sich einen Sparerib-Halter (rib rack) zulegen. Vergewissern Sie sich vorher, dass der Halter die richtigen Maße für Ihren Grill hat.

Zweitens: Die Knochenseite der Spareribs sollte am Anfang nach unten zeigen, also direkt auf dem Rost liegen.

Drittens: Unter keinen Umständen darf auch nur ein Teil der Rippchen direkt über der Hitzequelle liegen. Immer weg von Feuer oder Gasflamme!

Wie Sie Ihren Holzkohlegrill in 2 Schritten in einen Smoker verwandeln

Jetzt ist es soweit – wir bringen Ihren Holzkohlegrill zum Rauchen. Und zwar so richtig. Wenn Sie einen Gasgrill haben, dann springen Sie zu diesem Abschnitt.

Um einen Smoker zu basteln, benötigen Sie die beiden Einmal-Grillpfannen aus Alu, Räucherklötze, etwas Wasser und einen sauberen Grill.

Schritt # 1 – die richtige Menge an Kohle und das Geheimnis der Alupfannen

Als Erstes brauchen Sie die richtige Menge an Kohle. Das ist genau so viel, dass die Kohle die Hälfte des Grillkörperbodens dreischichtig bedeckt (oder den ganzen Boden 1 ½-fach, falls Ihnen das leichter fällt). Am einfachsten ist es, wenn Sie die Kohle mithilfe eines Anzündkamins anfeuern.

Nehmen Sie den Rost vom Grill und legen Sie eine der Alupfannen in die Mitte des Grillkörpers. Es kann sein, dass Sie die Pfanne etwas verbiegen müssen, dass sie reinpasst. Verteilen Sie die Kohle um die Pfanne herum, sobald sie glüht (die Kohle, nicht die Pfanne).

Warum brauchen Sie die Alupfanne? Aus zwei Gründen.

Erstens sorgt sie dafür, dass die Kohle nicht in die Mitte des Grills rutscht. Spareribs müssen indirekt schmoren. Dafür dürfen sie nicht direkt über den glühenden Kohlen liegen.

Zweitens dient die Pfanne als Auffangbehälter, falls etwas Flüssigkeit von den Spareribs tropfen sollte.

Schritt # 2 – Wasser und Räucherklötzen zaubern dicken Rauch

Als Nächstes geben Sie ein paar Räucherklötze zu der glühenden Kohle. Je mehr Klötze, desto mehr Rauch bekommen Sie raus. Wie viele Klötze Ihr Grill genau braucht, müssen Sie ausprobieren. Das ist für echte Grillfans ein Teil des Abenteuers.

Übrigens: je größer die Klötze sind, desto länger brennen sie, und desto mehr Rauch geben sie ab.

Jetzt können Sie den Rost wieder auf den Grill legen. Stellen Sie die zweite Alupfanne direkt über die Kohle und füllen Sie sie bis obenhin mit Wasser auf.

Beim Verdunsten des Wassers entsteht heiße Luftfeuchtigkeit. Die Spareribs werden dadurch besonders zart gegart. Das Wasser wird mit der Zeit weniger werden, aber solange noch etwas in der Alupfanne drin ist, müssen Sie keines nachfüllen.

Versuchen Sie nun, den Grill vorerst konstant auf ca. 120° C zu halten.

Wie Sie in 3 Phasen zarte Spareribs auf dem Holzkohlegrill zaubern

Sobald der Grill raucht, könen Sie die Spareribs neben die Alupfanne auf den Rost legen. Und dann passiert erst einmal 3 Stunden kaum etwas.

Nehmen Sie sich in dieser Zeit aber nichts Großartiges vor. Sie müssen sich in regelmäßigen Abständen um die Ribs kümmern.

Phase # 1 – nach 60 Minuten

Nach einer Stunde sollten Sie schauen, ob die Kohle noch heiß genug glüht und ob noch Wasser in der Alupfanne ist. Schmeißen Sie noch ein paar Räucherklötze in die Glut.

Wenden Sie die Rippchen. So bekommt nun auch die andere Seite etwas mehr Hitze ab. Im Moment sollte das Fleisch noch weich sein, die Oberfläche bereits leicht bräunlich.

Phase # 2 – nach weiteren 60 Minuten

Eine weitere Stunde später sollten Sie die Spareribs vom Grill nehmen und in eine Doppelschicht Alufolie wickeln. Die Folie hält die Feuchtigkeit im Fleisch und erhöht die Kerntemperatur.

Beim Anheben des Strangs sollte dieser sich inzwischen leicht biegen.

Sobald Sie die Spareribs in Alufolie eingepackt haben, kommen sie zurück auf den Grill.

Überprüfen Sie noch einmal, ob genug Wasser und Kohle da ist. Räucherklötze brauchen Sie keine mehr. Inzwischen ist das Fleisch so weit geschmort, dass es keinen Rauch mehr aufnehmen kann.

Phase # 3 – noch einmal 60 Minuten später

Sie haben es beinahe geschafft! Wickeln Sie die Spareribs aus der Alufolie und legen Sie sie noch ein einmal für eine halbe Stunde auf den Grill. Das gibt ihnen eine knusprige Textur.

Sind die Rippchen danach durch, können Sie diese vom Grill nehmen. Ansonsten lassen Sie sie weiter schmoren, bis sie fertig sind.

Wie Sie Ihren Gasgrill in 2 Schritten in einen Smoker verwandeln

Die größere Herausforderung ist es, einen Gasgrill in einen Smoker zu verwandeln. Aber auch das bekommen wir hin. Wir müssen allerdings gleich jetzt gestehen, dass die Spareribs auf einem Gasgrill nie einen stark ausgeprägten Rauchgeschmack aufnehmen werden. Dafür bekommen sie aber einen leichten Hauch von Rauch. Das klingt nicht nur schön, sondern schmeckt auch lecker.

Schritt # 1 – Rauchbomben basteln und platzieren

Rauchbomben sind einfach gebastelt. Als Erstes wickeln Sie eine halbe Tasse voller feuchter Hackschnitzel in Alufolie (natürlich ohne die Tasse). Passen Sie aber auf, dass die Hackschnitzel nicht nass sind. Ansonsten können Sie ewig warten, bis sie heiß werden.

Wenn Sie es hinbekommen, wickeln Sie die Alufolie nur einschichtig um die Hackschnitzel. Stechen Sie anschließend mehrere Löcher in die Alufolie. Die Löcher sind dafür da, dass der Rauch entweichen kann.

Je mehr Bomben Sie basteln, desto mehr Rauch bekommen Sie.

Als Nächstes legen Sie die Grillbomben unter den Grillrost. Versuchen Sie, sie so nahe wie möglich an die Gasbrenner zu legen, ohne dabei den Brenner selbst zu berühren.

Jetzt feuern Sie den Grill so heiß an, dass die Hackschnitzel in der Folie zu verkohlen beginnen. Das erkennen Sie daran, dass Rauchschwaden aus den Bomben steigen.

Soabld Sie die erste Rauchschwade sehen, stellen Sie die Hitze des Grills runter. Schließlich sollen die Spareribs zart und langsam durchgaren.

Schritt # 2 – die Spareribs in den Rauch legen

Wenn Sie einen Gasgrill haben, bei dem die Gasbrenner seitlich angebracht sind, legen Sie die Spareribs am besten ganz nach hinten auf den Rost. Hinten haben die meisten Gasgrills ihre Öffnung, sodass dort auch der Rauch rausziehen wird. Wenn die Rippchen genau am Rauchdurchzug liegen, bekommen sie den maximalen Räuchereffekt.

Passen Sie bei der Suche nach dem stärksten Rauchabzug darauf auf, dass Sie die Spareribs nicht direkt über die Gasflamme legen. Diese Regel ist wichtiger als der Rest. Ansonsten haben Sie am Ende zwar rauchige Ribs, die aber so zäh sind, dass sie keiner mehr beißen kann (und will).

Wie Sie in 3 Phasen zarte Spareribs auf dem Gasgrill zaubern

Sobald der Rauch aus den Bomben steigt, können Sie die Rippchen mit der Knochenseite nach unten auf den Rost legen. Wie auf dem Holzkohlegrill auch braucht es drei Phasen, bis die Spareribs perfekt sind.

 Phase # 1 – Räuchern

Schließen Sie den Deckel und stellen Sie die Temperatur des Grills auf 150° C. Lassen Sie den Deckel eine halbe Stunde lang zu, dass der Rauch im Grill bleibt. Die Rauchentwicklung ist selbst mit Rauchbomben auf einem Gasgrill nur schwach. Sie brauchen daher jede noch so kleine Schwade, die Sie kriegen können.

Stufe # 2 – eine halbe Stunde später

Nach 30 Minuten können Sie schauen, ob die gesamte Oberfläche des Strangs gleichmäßig gebräunt ist. Wenn Sie irgendwo noch rohe Stellen entdecken, schließen Sie den Deckel wieder und grillen die Ribs lieber noch einmal für weiter 10 bis 15 Minuten.

Anschließend holen Sie die Rippchen vom Grill und legen sie auf ein Stück Alufolie. Das Stück muss groß genug sein, um die Ribs damit ganz umwickeln zu können.

Gießen Sie großzügig Apfelsaft über den Strang und verpacken Sie ihn danach möglichst wasserdicht.

Legen Sie die eingewickelten Ribs zurück auf den Grill und erhöhen Sie die Temperatur auf 190° C. So bringen Sie den Apfelsaft zum Kochen. Die Feuchtigkeit, die dabei in der Folie entsteht, macht die Spareribs wunderbar zart.

Stufe # 3 – noch einmal 30 Minuten später

Nachdem eine weitere halbe Stunde um ist, können Sie die Hitze runterdrehen und die Spareribs aus der Alufolie auspacken. Die Rippchen sollten weich und überall gleichmäßig gebräunt sein.

Fehlt die Bräune, schließen Sie die Folie einfach wieder und legen die Rippchen noch einmal für weitere 10 bis 15 Minuten auf den Grill.

Anschließend entfernen Sie die Alufolie und grillen die Spareribs noch einmal kurz auf 130° C. So werden sie außen schön knusprig. Nehmen Sie die Rippchen vom Grill, sobald sie durch sind.

Das Tüpfelchen auf dem i – eine leckere BBQ-Sauce

Wenn Sie Ihre Gäste so richtig süchtig nach Ihren Spareribs machen möchten, glasieren Sie diese nach dem Grillen mit einer leckeren BBQ-Sauce. Welchen Trick es dabei gibt und wie Sie die Rippchen anschließend professionell schneiden, verraten wir Ihnen im Artikel: Wie Sie Spareribs in 5 mühelosen Schritten professionell zubereiten.

Eine Idee zu “How To: 2 einfache Wege, wie Ihre Spareribs auch ohne Smoker einen leckeren BBQ-Geschmack bekommen

  1. Pingback: 4 Merkmale hochwertiger Spareribs - so kaufst du die besten Spareribs

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.